
Vor mehr als 25 Jahren startete ich mit kaum mehr als einer Idee, wie es gelingen könnte, gegen Rassismus und alle anderen Formen von Ausgrenzung und Diskriminierung wirksamer vorzugehen. Als Lehrerin kannte ich die Hürden, denen wir im Schulalltag begegnen, wenn wir einen Projekttag organisieren oder eine Exkursion zu einer Gedenkstätte durchführen wollen. Sehr oft fehlt die notwendige Zeit, um zu recherchieren, welcher Projektträger zu welchem Thema ein für meine Klasse passendes Workshopformat anbietet und wie sich dessen Finanzierung organisieren lässt.
Genau an diesen Stellen unterstützt die Landeskoordination von SOR-SMC seitdem die mittlerweile 176 Berliner Courage-Schulen. Ein Anruf oder eine E-Mail an die Koordinationsstelle reicht aus, um Hinweise auf passende Kooperationspartner oder spannende Workshopthemen zu erhalten. Beim Landestreffen lernen aktive Schulen weitere Anbieter von Workshops kennen, und beim Aktiventreffen können sie sich neue Ideen für die eigene Arbeit holen.
Ich freue mich sehr darüber, dass es dem Trägerverein Aktion Courage e. V. gelungen ist, die Landeskoordination Berlin stabil aufzubauen, sodass sie heute in der Lage ist, den Aktiven praxisnahe Unterstützung anzubieten und damit das Engagement von Kindern, Jugendlichen und Pädagog*innen gegen Rassismus, Antisemitismus, Homofeindlichkeit oder Islamismus an Berliner Schulen zu stärken.
Zu diesem Erfolg haben viele Mitwirkende tatkräftig beigetragen. Das erfolgreiche Management des bisherigen Geschäftsführers Eberhard Seidel der Bundeskoordination legte – dank der Förderung durch das Berliner Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus bei der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (LADS) – die finanziellen Grundlagen für diese Arbeit. Die enge Zusammenarbeit mit dem Landesverband Berlin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ermöglichte den Aufbau eines leistungsfähigen Büros.
Es waren die vielen engagierten Mitarbeitenden, die über die Jahre als Koordinatorinnen und Koordinatoren sowie als studentische Mitarbeitende an der Konzeption und Umsetzung der Maßnahmen mitwirkten. Das Team nahm nicht nur Schulen sowie Patinnen und Paten in das Netzwerk auf, sondern begleitete die sich immer wieder neu zusammensetzenden Aktivengruppen kontinuierlich. Gemeinsam entwickelten wir innovative Formate wie den Grundschultag, die Werkstatt gegen Rechtsextremismus oder den Fachtag gegen Mobbing, die inzwischen in ganz Deutschland umgesetzt werden. Ich danke allen Mitarbeitenden herzlich für ihren Einsatz!
An den Courage-Schulen sorgten engagierte Kolleginnen und Kollegen dafür, dass die Schulgemeinschaft nicht nur bei der Aufnahme in das Netzwerk aktiv war, sondern auch heute noch anlässlich ihres fünf- oder fünfundzwanzigjährigen Jubiläums gemeinsam mit neuen Schülerinnen und Schülern einen Projekttag für Courage durchführt. Ich danke ihnen dafür!
Jährlich organisiert unser Team rund zweihundert Workshops im Rahmen von Projekttagen, Studientagen und Fortbildungen für Kinder, Jugendliche und Pädagoginnen. Sie werden von den kompetenten Fachreferentinnen und Fachreferenten unserer rund 80 außerschulischen Kooperationspartner durchgeführt. Hinzu kommen vielseitige Einzelakteur*innen wie Theaterpädagog*innen, Musikpädagog*innen oder Referent*innen zu Themen wie Kolonialismus oder Antiziganismus, die wir ebenfalls vermitteln. Ich danke allen für ihre Kreativität und die gute Zusammenarbeit!
Seit 25 Jahren bin ich nun in verschiedenen Funktionen – als Lehrerin, Dozentin am LISUM, Gewerkschafterin und Projektleiterin – den Schulen in Berlin verbunden. Die Leitung der Landeskoordination Berlin von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage war mein Lieblingsjob.
Die Idee, Schulgemeinschaften, die sich selbst verpflichten, gegen Menschenfeindlichkeit aktiv zu sein, durch die Einbindung in ein Netzwerk solidarischer Unterstützer*innen zu stärken, konnte in Berlin erfolgreich verwirklicht werden.
Nun verabschiede ich mich mit der Überzeugung, dass Zonya Dengi und Carsten Völtzke als neue Geschäftsführung die Landeskoordination Berlin gemeinsam mit den Mitarbeitenden und dem Vorstand auch in diesen politisch rauen Zeiten weiter stärken und ausbauen werden. Ich wünsche ihnen dafür gutes Gelingen und viel Freude.
Ich werde mich sehr gerne an die Aktiven an den Berliner Courage-Schulen und an alle anderen Mitstreiterinnen und Mitstreiter erinnern und ihr Engagement für den Erhalt der Würde aller Menschen auch künftig als Vorsitzende von Aktion Courage unterstützen.
Vielen Dank!
Sanem Kleff